Auch auf Social-Kanälen

Wie KI die Spielregeln der Suchmaschinenoptimierung verändert hat

GEO und SEO-Optimierung

Damals waren es Tricks, heute ist es harte Arbeit

Unsere Webagentur aretis war schon vor 20 Jahren im Website-Business aktiv. «Das waren noch Zeiten», sagen wir manchmal bei uns im Team oder auch zu Kollegen in der Branche. Es gab haufenweise Tricks. Zum Beispiel Keyword-Stuffing. Das bedeutete, ein Keyword so oft wie möglich in den Text zu stopfen. Irgendwie sinnlos und kaum lesbar. Manche versteckten Keywords als weissen Text auf weissem Hintergrund. Unsichtbar für uns, sichtbar für Crawler. Im Footer von Seiten gab es Dutzende von internen Links, turmhohe Listen, die Inhalte pushen sollten.

Panda und Penguin räumten auf

Oder die Linkfarmen: Netzwerke aus Hunderten von Dummy-Webseiten, die sich gegenseitig verlinkten. Man konnte sich auf Plattformen anmelden und auf Klick und für Geld Links auf 20 Seiten platzieren. Da Google damals Backlinks als Qualitätssignal wertete, konnte man damit Rankings massiv manipulieren. Wir hörten bald auf damit. Google griff mit dem Panda-Update (2011) und vor allem dem Penguin-Update (2012) hart durch und bestraft seither diese Praktiken.

Paradigmentwechsel: Inhalte verstehen

Nun hat sich erneut ein grundlegender Paradigmentwchsel ereignet, der die SEO (hin zur GEO) auf den Kopf stellt. Wer noch bis vor einigen Monaten mit seiner WordPress-Webseite gut bei Google rankte, hatte meistens eines gemeinsam: viele Keywords, EEAT-Kriterien berücksichtigt, viele Backlinks und eine technisch saubere Seite. Das war die Formel. Sie funktionierte zuverlässig. Heute aber ist vieles anders. Google fing nämlich an, Inhalte nicht nur zu lesen, sondern zu «verstehen». Mit dem Einsatz von KI-gestützten Algorithmen wie BERT, MUM und zuletzt den AI Overviews hat sich die Bewertungslogik grundlegend verschoben.

KI bewertet Texte anders

KI-Systeme funktionieren anders. Sie zerlegen eine Frage in viele Teilfragen, suchen nach den besten Antworten und synthetisieren (so nennt es die KI selbst) daraus eine Aussage mit Quellenangaben. Nicht derjenige, der am häufigsten erscheint gewinnt, sondern derjenige, der am glaubwürdigsten zitiert wird. Inhalte müssen deshalb klar strukturiert sein, direkt Fragen beantworten und echtes Fachwissen zeigen.

Was ausserhalb der eigenen Webseite wichtig ist

Hier kommt etwas ins Spiel, das viele unterschätzen: KI-Systeme vertrauen nicht nur Ihrer Webseite, sondern dem, was andere über Sie sagen. Studien zeigen, dass fast die Hälfte aller KI-Zitate aus Community-Plattformen stammt: Reddit, LinkedIn, YouTube, Bewertungsseiten. Wer dort präsent ist, wird von KI-Systemen als vertrauenswürdiger eingestuft. LinkedIn-Artikel etwa, so vermeldete Sistrix, erscheinen heute mit viel grösserem Anteil in KI-Antworten. Für Schweizer KMU bedeutet das: Online-Sichtbarkeit ist wichtig, und nicht mehr nur die Webseite zählt.

Wir sind mit Webseiten zwar sichtbar, aber nicht mehr messbar mit den bisherigen Tracking-Tools (siehe Box rechte Seite).

Was heute für Ihre Sichtbarkeit zählt – auf einen Blick:

  • Inhalte, die echte Fragen beantworten – klar strukturiert, direkt auf den Punkt
  • Fachkompetenz, die auch ausserhalb der Webseite sichtbar ist
    Präsenz auf LinkedIn, in Bewertungsportalen und relevanten Communities
  • Aktuelle, regelmässig gepflegte Inhalte auf Website und Social Media
  • Eine kohärente Unternehmensdarstellung über alle Kanäle hinweg

Google KI

Neue und andere Anforderungen

Sichtbarkeit

Zählt nicht mehr im alten Sinne

Desktop-Ansicht einer deutschen Unternehmenswebsite mit einem nach oben zeigenden Pfeil im Diagramm und dem Text „So steigern wir gemeinsam Ihre Umsätze“.

Weshalb ist die Sichtbarkeit gut, die Klicks aber schlecht?

Heute fragt Google nicht mehr nur «Welches Keyword kommt wie oft vor?», sondern «Gibt diese Seite wirklich eine hilfreiche Antwort auf die Frage des Nutzers?»

Neben Google suchen immer mehr Menschen direkt über KI-Tools wie ChatGPT, Perplexity oder Gemini. Unsere WordPress-Kunden (jene, die sich um Traffic kümmern) stellen fest, dass ihre Seite weniger Besucher hat. «Die Sichtbarkeit ist gut, wir sind vorne, aber irgendwie kommen viel weniger Leute auf die Seite», ärgerte sich grad die vergangene Woche ein Kunde aus dem therapeutischen Gesundheitsberich.

20 – 30 Prozent weniger Klicks, weil Google einfache Gesundheitsfragen gleich mal selbst beantwortet, oben in den AI Overviews oberhalb der organischen Suchanzeigen und Ads. Und dort fehlen oft die Links zur eigenen Webseite.